Protokoll des Netzwerktreffens Inklusion – Dezember 2025 –

Uhrzeit: 9:00 – 12:00 Uhr | Vor Ort bei Abenteuer Lernen

Teilnehmende: 16 Personen aus folgenden Einrichtungen: Abenteuer Lernen e.V. , Brücke-Krücke e.V.,  Jugendzentrum HIP, Kinder- und Jugendtreff „Riga“, KiTa Mini-Mäuse, Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn, Schauspiel Theater Bonn, Spielezirkus Bonn-Rhein-Sieg, Spielmobil Stadt Bonn, Stadtsportbund, Theater Marabu

Moderation und Protokoll: Forum Inklusion lebendig machen/Abenteuer Lernen e.V.

1. Begrüßung und Vorstellung

  • Einstiegsimpuls: Mein Moment mit Inklusion im Jahr 2025…

2. Jahresrückblick vom Forum Inklusion lebendig machen

  • Zusätzlich zu Fortbildung in Persona wurden digitale Formate angeboten, ADHS wurde sehr gut angenommen, zu Themen wie Intersektionalität gab es kaum Anmeldungen
  • Ein Jahr das Format „Inklusion im Dialog“ mit unterschiedlichsten Gruppengrößen (3-15) und Reichweite (über Bonn hinaus), Impulse auch aus dem Netzwerk, konnten sehr von der Expertise von Netzwerkpartner*innen profitieren, bot Raum zum Austausch über konkrete Fragen aus dem Arbeitsalltag
  • Im Rahmen der kinderfreundlichen Kommune wurden Projekte aufgebaut und weitere Bereiche (Kultur und Sport) erschlossen (Zwischenstände siehe weitere Punkte unten)
  • Die Tagung „Vielfalt – Gewinn für alle“ lief aus Sicht des Forums sehr gut und das Feedback bestätigt dies. Die Mischung aus Vorträgen, einer Studie, Statements, praxisorientierten Workshops und Raum für Austausch stärkte die Teilnehmenden unter anderem dadurch, dass man erleben konnte mit einer inklusiven Haltung nicht allein zu sein. Das ist besonders wichtig in Zeiten, wo Akzeptanz für Vielfalt nachweislich abnimmt. Während der Tagung ist eine Blume aus Gelingensbedingungen für Vielfalt entstanden, die über die Tagung hinaus Sichtbarkeit für das Thema schaffen kann. Wie viel Zeit für die Tagung veranschlagt werden sollte, ist immer wieder Thema, einige haben die Möglichkeit genutzt, an einem Teil der Tagung teilzunehmen. Das Forum freut sich immer über Rückmeldungen, was einer Teilnahme entgegensteht, um dann Lösungen zu finden. Wünsche/ Ideen für die Tagung 2026 können sehr gerne dem Forum mitgeteilt werden.
  • Neue Label-Einrichtungen: Haus der Jugend, Zukunftswerkstatt Oberkassel, Tanzhaus Bonn, Ludwig-van-Beethoven-Musikschule Bonn, Max Spielmobil, Stadtsportbund
  • Im Anschluss des Netzwerktreffens gab es noch eine Übergabe der Label mit Essen und Trinken, zu der alle vom Netzwerktreffen eingeladen waren zu bleiben.

3. Ausblick auf das Jahr 2026

  • Aufgrund gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen baut das Forum seine Funktion als Interessensvertretung aus.
  • Sichtbarkeit für Inklusion soll ein großer Schwerpunkt für das nächste Jahr werden, die Erfahrung dieses Jahr mit der Presse zeigt, dass aktiver eingestanden werden muss, um Inklusion auf die Agenda zu bringen, über Veranstaltungen des Forums, bei denen sonst immer der Generalanzeiger war, wurde nicht berichtet.
  • Begegnungen zwischen Praxis und Entscheidungsträger*innen sind besonders wichtig, um Rahmenbedingungen für eine inklusive Kinder- und Jugendarbeit zu gestalten. Das Format „Inklusion im Dialog“ könnte zum Beispiel eine Möglichkeit für konstruktiven Austausch sein. Gerne Vorschläge für Formate, Veranstaltungen, Ansprechpersonen,… an das Forum schicken.
  • Eine konkrete Idee für Sichtbarkeit ist es als Forum Inklusion lebendig machen Teil des Karnevalsumzuges an Weiberfastnacht in Beuel zu werden. Eine Anmeldung ist noch bis zu dem 31.12.2025 möglich. Es gilt Kosten und Nutzen abzuwägen, Versicherungen zu klären und den organisatorischen Aufwand einzuschätzen. Es haben sich bereits Personen aus dem Netzwerk gemeldet, die unterstützen und/ oder mitlaufen würden. Anstelle von Kamelle wurde vorgeschlagen kleine Kunststücke „aufzuführen“, zum Beispiel große Seifenblasen und als gutes Wurfmaterial wurden Flummis angemerkt. Jule Heinze ist Ansprechperson. Es gibt die Idee als Sonnenblumen zu gehen, da dies das Zeichen für unsichtbare Behinderungen ist.
  • Das Karnevalszelt auf dem Marktplatz kann auch als Anlass genommen werden, über das Forum zu informieren.
  • Weitere Veranstaltungsideen wurden genannt wie ein Sommerfest, ggf. auch beim Summerfever als Netzwerk etwas anbieten?
  • Im Rahmen der kinderfreundlichen Kommune hat das Forum Ressourcen, um den Bereich Kultur und Sport weiterzuentwickeln sowie den Expert*innenrat Jugend inklusive (kurz: Ju:in) aufzubauen.

4. Zwischenbericht Expert*innenrat „Jugend inklusive“ (Abenteuer Lernen)

  • Der Expert*innenrat besteht aktuell aus 20 Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren. Es ist eine vielfältige Gruppe, geschlechtergemischt, unterschiedliche Kulturen sowie Bedarfe und weiterer Dimensionen. Lena und Chris begleiten die Jugendlichen bei dem Prozess.
  • Ein Kennenlernentreffen und zwei Workshops haben stattgefunden. Es wurde eine gemeinsame Definition von Vielfalt erarbeitet und eine Checkliste zum Feedbackgeben für Einrichtungen, wie inklusiv sie arbeiten, erstellt.
  • Definition der Jugendlichen von Inklusion: „Alle Menschen sind gleichberechtigt und alle Menschen werden miteinbezogen, unabhängig von z. B. ihrer Herkunft oder ihres Alters. Jeder bekommt die gleichen Chancen. Jeder Mensch hat das Recht auf Inklusion.“
  • Die Jugendlichen haben sich im Rahmen der Treffen schnell geöffnet und auch persönliche Themen miteingebracht. Neben Rassismus wurde Mobbing als eine große Belastung im Alltag der Jugendlichen genannt, was unterstreicht, dass der Bedarf sich mit dem Thema auseinanderzusetzen sehr groß ist. Im Rahmen der Treffen ist dies nur bedingt möglich, weshalb darauf eingegangen wurde, aber auch auf Anlaufstellen hingewiesen wurde. Daraus ergibt sich auch ein Auftrag an Einrichtungen sich mit dem Thema Mobbing auseinanderzusetzen.
  • Ansprechperson für den Expert*innenrat ist Chris Herschel, Telefon 01575-6883084.

5. Bericht zu Sport und Inklusion (Stadtsportbund)

  • Es hat eine digitale Veranstaltung mit dem Thema Sport und Inklusion stattgefunden. 16 unterschiedliche Vereine haben daran teilgenommen. Besonders stand im Mittelpunkt, die Vereine darin zu bekräftigen inklusiv arbeiten zu können und das mit möglichen „Leistungsmotivationen“ vereinbaren zu können. Hertha Bonn wird Anfang 2026 den Einstiegsworkshop für das Label Inklusion lebendig machen als erster Sportverein in Bonn machen.
  • Das Internationale Paralympische Komitee mit Sitz in Bonn entwickelt momentan eine Ausstellung zu ihrer Geschichte als interaktive Dauerausstellung unter Einbezug von Expert*innen. Dazu werden auch Jugendliche gesucht, die für ein kleines Honorar und anhand von Workshops ihre Perspektive miteinbringen.

6. Bericht zu Minimotion (Marion Ladich, Spielezirkus Bonn-Rhein-Sieg)

  • Das kleine Projekt wird gefördert durch den Inklusionsscheck, durch den das Material finanziert werden konnte.
  • Minimotion sind kleine Bewegungsimpulse, die immer ermöglicht werden können trotz widriger Bedingungen (wenig Platz, Zeit etc.). Es handelt sich um 10 Anleitungskarten, die ohne aufwendiges Material genutzt werden können. Zum Beispiel gibt es Ideen für Spiele mit Kreiseln oder Hausschuhen und Trampoline aus Taschentüchern.
  • Das Projekt wurde mit Einrichtungen des Netzwerkes erprobt und anhand der Rückmeldungen weiterentwickelt. Diesen Einrichtungen kann über den Inklusionsscheck kleine Starterpakete mit Material ermöglicht werden.

7. Inklusion im Theater: Vorstellung von relaxed Performances (Vivien Musweiler, Theater Marabu)

  • Normierte Regeln sind in Theatern Standard, relaxed Performances sollen aber Vorstellungen zum Entspannen sein, weshalb sich das Theater den Besuchenden anpassen und nicht andersherum.
  • Das Theater Marabu hat ihre Produktion „Splash“ in eine relaxed Performance umgewandelt und der Prozess wurde von einer Beraterin von Unlabel aus Köln begleitet. Es gibt auch einen Guide in PDF-Form, der dabei unterstützen kann.
  • Es wurde auf den Einsatz von Sprache und Sinnen geachtet. Es war immer Licht an, eine Tür auf, Sitzbänke wurden durch Sitzsäcke ersetzt und es gab während der gesamten Aufführung eine Ansprechperson. Über eventuell herausfordernde Situationen wurde im Vorhinein informiert. Dem Team war es wichtig, dem Stück mit den Anpassungen aber auch nicht die Spannung zu nehmen.
  • Relaxed Performances müssen sich noch etablieren wurde bei der Bewerbung deutlich. Weitere Veranstaltungen sind in Planung. Die Umsetzung erfordert zusätzliche Personalien und Ressourcen.
  • Die Vorstellungen waren ein Raum für alle, wo alles sein darf und Konventionen aufgebrochen wurden. Es wurden als sehr gelassen und liebevoll für alle erlebt.
  • Ansprechpersonen bei relaxed Performances sind sehr wichtig, da auch Missverständnisse und Unzufriedenheiten auftreten können, wie aus dem Netzwerk über ein Konzert dieser Art berichtet wurde. Es kann ein Aushandlungsprozess entstehen, bei dem ein Austausch über unterschiedliche Erwartungen sinnvoll sein kann.

8. Termine und Anliegen aus dem Netzwerk

  • Elternarbeit im Rahmen des Forums zum Thema machen, ggf. eine Fortbildung dazu. Herausfordernde Bedingungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, wo Kontakt selten unmittelbar möglich ist, sind zu beachten.
  • Grundsätzlich den Einbezug von Universitäten in Betracht ziehen. Zum einen kann die Arbeit wissenschaftlich gestärkt werden und zum anderen muss die Praxis in die Lehre getragen werden, unter anderem in die Didaktik in allen Lehrämtern.
  • Über den Umgang mit anderen Sprachen als Deutsch in den Einrichtungen gab es einen Austausch. Welche Sprachen wann gesprochen werden können, wird in Einrichtungen unterschiedlich gehandhabt und bedarf einer guten Reflexion und Moderation der Situationen in den jeweiligen Einrichtungen.
  • Das Theater Bonn hat nächstes Jahr wieder eine inklusive Theaterproduktion. Die Premiere von „Biografie: Ein Spiel“ wird am 17. April stattfinden und eine offene Probe am 15. April.

9. Ausblick und Termine

    • 16. Januar 2026: Fortbildung: Rassismus erkennen und rassismuskritisch Handeln (lernen)
    • 10. Februar 2026: Netzwerktreffen vor Ort bei Abenteuer Lernen (9-12 Uhr)
    • 12. Februar 2026 Weiberfastnachtszug in Beuel
    • Weitere Termine auf der Internetseite einsehbar unter https://inklusion-lebendig-machen.de/veranstaltungen/ 

 

Bonn, den 18. Dezember 2025